Rund um die Morchel


Pilze im Frühling

Die Frage aller Fragen ist und bleibt, wo kann man Morcheln suchen und bestenfalls auch finden. Wenn es im April langsam wärmer wird und der Löwenzahn blüht, dann ist es die beste Zeit, um die köstlichen Morcheln im Wald zu suchen. Durch ihren kurzen, meist einmaligen Wachstumsschub im Jahr und die Tatsache, dass sich diese Pilze noch nicht züchten lassen, werden sie auch dementsprechend teuer gehandelt. Die Morcheln gehören zu den teuersten Pilzen, die man ohne Hund selber finden kann. Wenn kleine Anemonen den Waldboden weiß bedecken und der Löwenzahn in voller Blüte steht, dann gibt es oft kein Halten mehr. Viele bezeichnen die Morchelsuche als Königsdisziplin. Das kann zum einen daran liegen, dass die Morcheln nur ein sehr kleines Zeitfenster im Jahr haben und sie sich durch ihre Form und Farbe verdammt gut tarnen können. Persönlich finde ich, dass dies den Reiz ausmacht und man freut sich umso mehr, wenn man welche findet. Die Temperaturen sollten nachts nicht mehr unter Null rutschen, am besten sind so fünf Grad und mehr. Die Morcheln sucht man am besten in schönen naturbelassenen Auwäldern, mit Ulmen, Eschen-/ Erlenbestand. Sie mögen es wie die meisten Pilze nicht wenn sie austrocknen, dennoch wollen sie nicht im Nassen stehen und wachsen deshalb nicht in dauerfeuchten Biotopen. In den Auwäldern stehen sie oft im unteren Bereich der Hänge. So bekommen sie viel Wasser von den Niederschlägen ab, aber stehen trotzdem nie nass. Super Adressen sind auch Seeufer, die nicht permanent überspült werden. Ränder von Flüssen und Bächen kann man ebenfalls absuchen, um Morcheln zu finden. Sie sind wirklich Meister der Tarnung, die Erste zu finden ist das Schwierigste. Sich Zeit lassen, langsam gehen und sich dann seinen ersten Fund genau anschauen, damit sich das Auge dran gewöhnen kann.

 

Als Faustregel kann man sich merken: Wenn der Huflattich blüht, zeigen sich die ersten Frühjahrslorcheln, wenn der Löwenzahn in voller Blüte steht, ist Morchelzeit und wenn der Raps blüht, wachsen schon die Maipilze.

 

Wo es Teppiche von Buschwindröschen (Anemone nemorosa) gibt oder wo es angenehm nach Knoblauch vom Bärlauch (Allium ursinum) riecht, ist man goldrichtig. Die Nase sollte man auch einsetzen beim Kontrollieren seiner Funde. Alte Pilze können wie alle gammeligen Lebensmittel eine schwere Lebensmittelvergiftung hervorrufen. Der normale Menschenverstand verbietet es eigentlich, schlecht riechende Pilze in den Korb zu packen. Leider gibt es sehr viele Menschen, die sich jeden Pilz einpacken, der noch als solcher zu erkennen ist. Kalk sollte im Boden niemals fehlen, denn saure, überdüngte oder auch stickstoffreiche Böden werden nicht besiedelt. Ein Indikator für kalkhaltige Böden sind viele alte weiße Schneckengehäuse. An Standorten, an denen der Morchelbecherling wächst, sollte man immer genauer schauen. Sie teilen sich oft denselben Standort und erscheinen meist schon zwei Wochen früher. Sollten keine Morcheln in der direkten Nachbarschaft stehen, sammelt man einfach den Morchelbecherling (mehr Infos weiter unten), denn Morchelbecherlinge schmecken mindestens genauso gut, wenn nicht sogar noch besser. Einzelne Exemplare von Morcheln kann man auch in Gärten finden, dort gerne in der Nähe von Apfelbäumen und Rosen oder eben auf Streuobstwiesen. Zeigerpflanzen für guten Morchelboden sind Pestwurz, Lungenkraut, Goldnessel, Aronstab, Zahnwurz, Buschwindröschen, der Waldmeister zeigt zudem auch noch Lehmboden an. Die Liste mit Pflanzen die den Bodentyp (Zeigepflanzen) ist lang. Wer auch andere Pilze im Jahr gezielt suchen möchte, der sollte die wichtigsten Pflanzen kennen. Es ist sehr hilfreich zu wissen, auf welchem Boden welche Pilze wachsen.

Zeigerpflanzen für Speise- und Käppchen-Morcheln.


Ein echter Klassiker unter den Fragen lautet oft: lecker Morcheln oder doch giftige Lorcheln? Diese wichtige Frage zu den Unterschieden ist im Grunde schnell beantwortet, aber dennoch notwendig. Die Lorcheln aus der Gattung Gyromitra enthalten das leber- und nierenschädigende Gift Gyromitrin.

Gute Morchel

Morchella esculenta

  • Hut: wabenartig, hohl
  • Stiel: beige, weißlich, hohl
  • Farbe: beige, gelblich
  • Boden: kalkhaltig
  • Geruch: aromatisch, pilzig
  • Habitat: Auwälder, Bachtäler, Seeufer, Wiesen

Giftige Lorchel

Gyromitra esculenta

  • Hut: hirnartig gewunden, voll
  • Stiel: weißlich, hohl
  • Farbe: bräunlich, rötlich-braun
  • Boden: sauer
  • Geruch: frisch, würzig
  • Habitat: bei Kiefern oder Fichten, sandige Böden

Links die Morchel mit hellen, warmen Gelbtönen und der wabenartigen Struktur bei Löwenzahn und rechts die Frühjahrslorcheln mit ihren rotbräunlichen Farbtönen und ihren hirnartigen Windungen, beim Huflattich. Achtet man nun auch noch auf die Umgebung des Pilzes, ist eine Verwechslung kaum noch möglich. Vorsicht auf Rindenmulch, dort können Morcheln und Lorcheln wachsen. Die Morcheln von öffentlichen Mulchflächen würde ich persönlich nicht essen (Hund und Katzen). Mehr über Morcheln auf Rindenmulch gibt es im weiter unten verlinkten Text. Es lohnt sich aber trotzdem, im Frühling auf solchen Plätzen die Augen aufzuhalten. Denn solche Plätze sind oft wärmebegünstigter, weil meistens keine Bäume in der Nähe stehen, die die ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres vom Boden fernhalten. Sprich, wenn da die ersten Morcheln wachsen, geht es in den Auwäldern ein bis zwei Wochen später auch los. Bei Fragen oder Anregungen, wendet Euch einfach an Pilzsachverständige, diese bieten auch manchmal geführte Pilzwanderungen an.

Wenn ich denn endlich welche gefunden habe, wie geht's weiter? Morcheln sollten wie die meisten Pilze vor der Verarbeitung zunächst gut gesäubert werden. Da vor allem Morcheln häufig sandig sind und sich in ihren hohlen Stielen manchmal kleine Gäste befinden, sollte man sich hierbei etwas mehr Zeit nehmen. Der etwas zähe Stiel kann nach dem Entfernen getrocknet werden, um anschließend Pilzpulver daraus zu machen. Niemals sollten überständige Morcheln gesammelt werden und frische Pilze dürfen nicht lange aufbewahrt werden. Bei Morcheln oder allgemein bei "frischen" Pilzen aus dem Handel wäre ich immer vorsichtig, weil, wenn ich sie nicht teuer beim Delikatessenhändler oder auf dem Viktualienmarkt kaufe, sind sie in der Regel zu alt. Bei solchen Pilzen kann die Eiweißzersetzung bereits begonnen haben und wären damit mehr als gesundheitsschädlich. Trockenpilze halten sich bei der richtigen Lagerung deutlich länger und man sagt, sie sollten aber binnen zwei Jahren verbraucht werden. 30 Minuten bis eine Stunde vor der Zubereitung sollten sie in Wasser eingeweicht werden. Das Einweichwasser kann später für Suppen oder Soßen verwendet werden. Getrocknete Morcheln sind genauso, wenn nicht sogar aromatischer als frische. Morcheln niemals roh essen, denn sie sind roh giftig!!! Durch einen mindestens 5-minütigen Garprozess oder durch das Trocknen wird das Gift zerstört. Ist dies aber erfolgt, dann sind die Morcheln einfach köstlich. Die Verträglichkeit von Morcheln ist individuell sehr verschieden. Wer Morcheln noch nie gegessen hat, sollte mit kleinen Portionen anfangen, sehr große Mengen von Pilzen sollten ohnehin nicht verzehrt werden.

 

Spitzmorcheln auf Rindenmulch

 

Hilfe in meinem Garten wachsen Pilze, ein schwarzer zipfelförmiger Pilz auf Rindenmulch, ist der giftig? Was ist mit meinen Pflanzen, Blumen oder mit dem Gemüse? Richten diese merkwürdigen Gestalten Schaden an?

 

Manch einer ist entsetzt, andere sind gleich in heller Aufregung und fragen sich, könnten das etwa wirklich echte Morcheln sein? Aber wenn es eine ist, um welche Morchelart handelt es sich? Bei den richtigen Bedingungen könnten sogar alle von den drei häufigsten Morchelarten im eigenen Garten wachsen. Oft sind es aber die Spitzmorcheln (Morchella elata), die gerne auf dem im Vorjahr frisch ausgebrachten Rindenmulch wachsen. Abgekürzt werden sie gerne RiMuMo (Rindenmulchmorchel) genannt. Der Hut ist dunkel bis schwarz, hohl und mit unregelmäßigen wabenartigen Kammern. Diese Pilze zählen zu den essbaren Pilzen und gelten als gute Speisepilze, die im Verhältnis zu anderen Pilzen sogar recht teuer gehandelt werden. Bevor aber im Freudentaumel über die Morcheln sofort die Pfanne heißgemacht wird, gibt es einiges zu beachten.

  • Sie schaden weder Pflanzen, Blumen oder Kräutern
  • Verwechslungen mit anderen Pilzen möglich
  • Auf die Umgebung achten (dazu weiter unter mehr)
  • Alter und Geruch des Pilzes (alten verschimmelten Joghurt isst ja auch keiner mehr freiwillig)
  • Roh sind sie giftig (keine Panik, wenn Kinder im Garten spielen kann man sie entfernen oder den Kindern den Pilz näherbringen und ihnen erklären, dass es nichts zum "Naschen" ist)

Auch wenn es meistens die Spitzmorchel ist, die auf Rindenmulch von der Fichte wächst, habe ich auch schon Speisemorcheln (Morchella esculenta) und sogar die giftigen Frühjahrslorcheln direkt neben den Spitzmorcheln wachsen sehen. Hier verlinke ich die giftige Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta), damit auch "Neulinge" ein Bild vor Augen haben. Wer sich nicht sicher ist, nimmt sich von Mulchflächen besser nichts für die Pfanne mit.

 

Achtung: Bei jeder Unsicherheit gilt Finger weg!

Gier frisst bekanntlich Hirn, aber in diesem Fall wäre es Eure Leber!

Keine Pilzmahlzeit ist es Wert, seine Gesundheit zu riskieren.

 

Noch eine Bemerkung zum Rindenmulch auf Parkplätzen oder in Parkanlagen: An öffentlichen Plätzen muss man immer im Hinterkopf haben, dass weder Hund noch Katzen weit entfernt sind, lecker ist dies bestimmt nicht, aber das entscheidet jeder für sich selbst.

 

Für alle Gartenfreunde, Blumenliebhaber oder Gemüsezüchter, die schwarzen Spitzmorcheln auf Rindenmulch (wie die meisten anderen Pilze auch) verursachen keinen Schaden. In den meisten Fällen verschwinden Pilze von alleine wieder und die Morcheln erscheinen sowieso nur einmal, denn im Folgejahr ist das Substrat verbraucht und viele sind enttäuscht. Man muss aber nicht traurig sein, vielleicht ist der eine oder andere auf den Geschmack gekommen und interessiert sich in Zukunft auch für andere Morchelarten oder allgemein für das Thema Pilze.

 

Der Morchellbecherling

 

Dieser große Becherling hat viele Namen, Flatschmorchel, Adriger-Becherling, Chlor-Becherling, aber am häufigsten hört er auf den Namen Morchelbecherling. Sie wachsen zur selben Zeit, an ähnlichen Standorten und stehen den Morcheln geschmacklich in nichts nach. Im Gegenteil, manche bezeichnen den Morchelbecherling als wohlschmeckender und aromatischer. Der markante und charakterliche Geruch nach Chlor oder Schwimmbad verschwindet bei der Zubereitung. Gleichzeitig dient der fast einzigartige Geruch als gutes Kriterium, um die Flatschmorchel von anderen ungenießbaren Becherlingen zu unterscheiden. Frische Fruchtkörper sollten gut durchgegart werden, besser noch ist das Trocknen der Fruchtkörper. Nach dem Trocknen werden sie geschmacklich noch intensiver und das daraus gewonnene Pilzpulver kann man bestens für Suppen und Soßen verwenden. Verwechseln könnte man den Morchelbecherling mit der Scheibenlorchel (Gyromitra ancilis), diese wächst aber nicht auf Lehm- oder Kalkboden unter Laubbäumen, sondern auf alten, bemoostem Nadelholz der Kiefer und Fichte. Die Essbarkeit der Scheibenlorchel ist immernoch umstritten. Einige Pilzberater stufen diese Lorchel als Giftpilz ein und andere geben sie als Speisepilze frei. Ich denke, dass sollte jeder für sich selbst entscheiden.

 

Beschreibung Die Becherlinge sitzen ungestielt, bis ca. 15 cm (20 cm) groß werdend, auf dem Erdboden.  Sie sind jung kelch- bis schüsselförmig, im Alter tellerförmig bis völlig verflachend, milchkaffeebraun bis kastanienbraun. Die markanten runzeligen Adern auf der Innenseite, kennzeichnen diese Art gut. Die Außenseite ist milchweißlich bis braun, immer etwas heller als die Innenseite. Die Außenseite ist leicht kleiig bis grob körnig (je nach Standort und Alter). Der Rand ist oft wellig nach innen gebogen. Der angedeutete Stiel läuft spitz in den Boden, Fleisch bis 1,5 cm dick, sehr brüchig. Der charakteristische Geruch nach Chlor oder Schwimmbad ist ein super Erkennungsmerkmal und dieser verschwindet vollständig bei der Zubereitung. Der Geschmack ist mild, roh sollten sie dennoch nicht gegessen werden. Im Gegenteil, sie sollten immer gut durchgegart werden.

 

Verwechslung: Scheibenlorcheln Gyromitra ancilis / Gyromitra parma oder mit anderen großen Becherlingen aus der Gattung Peziza. Bei Unsicherheit, stehen lassen oder einen Pilzsachverständigen fragen.

 

Hab.: Kalkliebend, bevorzugt Lehmboden, zwischen Gras und wilden Kräutern, gerne bei Schnittlauch oder Bärlauch, an Flussauen, Seeufern, in Gärten, Auwäldern, oder Parkanlagen.

 


Morcheln & Verpeln
Speisemorchel / Morchella esculenta - Der begehrteste und meist gesuchte Pilz im Frühjahr ist und bleibt die Morchel. Der Hut ist unregelmäßig mit wabenartigen Kammern, rundlich bis oval. Innen immer hohl, die Farben variieren von beige, hellem braun bis dunkelbraun, manchmal auch mit ein Anflug von Rottönen. Der Stiel ist weißlich bis hellockerlich, mit dem Hut fließend verwachsen, ebenfalls hohl, glatt, im Alter etwas runzelig. Geruch und Geschmack wird als aromatisch, pilzig und nussig beschrieben. Einige Autoren spalten die gewöhnliche Morchella esculenta noch in Variationen:

 

Morchella esculenta var. rigida - Gelbe Morchel

Morchella esculenta var. vulgaris - Graue Morchel

Morchella esculenta var. rotunda - Runde Morchel

Morchella esculenta var. umbrina - Braune Morchel

Morchella esculenta var. crassipes - Dickfuß Morchel

 

Die Spitzmorcheln / Morchella elata oder conica - erscheinen schon vor den Speisemorcheln und das kann denn auch schon ab Februar der Fall sein. Man findet sie am ehesten da, wo der Boden unter einer Moosdecke oder Nadelstreu mit grobem Kies versetzt ist, in sandigen Kiefernwäldern, in Bergnadelwäldern, in Fichtenwäldern, in aufgeforsteten Tagebaugebieten und auch gerne auf alten Brandstellen (Kiefern oder Fichten). Immer häufiger in Stadtgebieten und Gärten auf Rindenmulch, der im Vorjahr ausgebracht wurde. Sie taucht als erste der drei gängigen Morchelarten auf und kann in milden Wintern schon ab Ende Februar erscheinen. Aber Vorsicht, in den gleichen Gebieten wächst die giftige Frühjahrslorchel. Da die Spitzmorchel dunkel bis schwarz ist und die braunen Lorcheln auch mal witterungsbedingt sehr dunkel werden können, ist es wichtig, jeden einzelnen Fruchtkörper genau zu betrachten, um eine etwaige Verwechslung auszuschließen.

 

Die Käppchenmorchel / Morchella semilibera - auch halbfreie Morchel genannt, ist nicht so anspruchsvoll was den Boden betrifft. Man findet sie in ähnlichen Biotopen, wie sie auch die Speisemorchel mag. Sie ist deutlich häufiger anzutreffen, als die größere und kräftiger gebaute Speisemorchel. Sie ist auch toleranter was Nässe betrifft, nicht selten fand ich sie direkt in nassen Straßengräben oder neben nassen Schlammgruben, auch bei Brennnesseln wachsen sie, die zum Beispiel stickstoffreiche Böden anzeigen. Jung sehen sie den Spitzmorcheln ähnlich, aber schnell wird der Stiel deutlich länger und die Hutränder stehen frei. Es dürfte die häufigste Morchelart in Deutschland sein. Geschmacklich ist sie nicht so gut wie die Speisemorchel.

 

Fingerhut-Verpel / Verpa conica - wächst zur selben Zeit wie die Speisemorchel, ist deutlich kleiner, schmächtiger und ist wesentlich seltener als die Morchel. Einzeln bis gesellig kommen sie in gleichen Biotopen vor, wo auch Morcheln wachsen könnten. In Auwäldern, Bachufern, in Schlucht- & Bruchwäldern, Waldrändern, bei Birken, Eschen, Pappeln, auf kalkhaltigen oder lehmig, tonigen Böden. Die kleinen bis ca. 5 cm großen Verpeln haben einen rotbraunen bis graubraunen fingerhutförmigen, leicht runzeligen Hut, der im Verhältnis zum Stiel sehr klein ist. Der Hut ist nur an der äußersten Stielspitze vom weißen, hohlen, leicht samtigen Stiel angeheftet. Der aromatische Geruch lädt zum Essen ein, manche vertragen sie gut und einige Mensche berichten von Unverträglichkeiten. Auf jeden Fall sollten sie gut durchgegart werden. Da dieser Pilz als selten gilt und in vielen Bundesländern auf den roten Listen steht, sollte er ohnehin geschont werden

 

Böhmische Verpel / Verpa bohemica - Deutlich größer als die Fingerhut-Verpel wird die Böhmische Verpel, mit einer Größe von bis zu 18 cm. Sie wächst ebenfalls auf Kalkboden, an Flüssen und Bächen, gerne in und bei Gebüschen vom Weißdorn und bei Wildkirsche. Der Hut ist gelblich bis goldbraun, auffällig längsrunzelig und glockenförmig geformt. Die Ränder des Hutes stehen frei, da er nur am weißlichen, wattig gekammerten bis hohlen Stiel angewachsen ist. Der Geruch soll aromatisch pilzig sein. Der Speisewert ist umstritten, Unverträglichkeiten sind bekannt und sie sollten wegen ihrer Seltenheit ohnehin geschont und nicht gegessen werden. In den südlichen Teilen des Landes kann man sie zur richtigen Zeit häufiger finden. Nach Stilllegung und der Rekultivierung der ehemaligen Tagebaue in Sachsen, Brandenburg und Niedersachsen ist es seit Jahren bekannt, dass es dort Massen von ihnen geben kann. Besonders die Region um Leipzig und Borna, kommen da voll auf ihre Kosten. Im Norden gehört die Böhmische Verpel zu den großen Raritäten, vielleicht darf ich sie auch auch mal bei uns finden.

 

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zuletzt aktualisiert am 10.05.2021