Disciotis venosa

Morchelbecherling


Flatschmorchel, Morchelbecherling, Ader- oder Chlor-Becherling, Disciotis venosa

 

Dieser große Becherling hat viele Namen, Flatschmorchel, Adriger-Becherling, Chlor-Becherling, aber am häufigsten hört er auf den Namen Morchelbecherling. Sie wachsen zur selben Zeit, an ähnlichen Standorten und stehen den Morcheln geschmacklich in nichts nach. Im Gegenteil, manche bezeichnen den Morchelbecherling als wohlschmeckender und aromatischer. Der markante und charakterliche Geruch nach Chlor oder Schwimmbad verschwindet bei der Zubereitung. Gleichzeitig dient der fast einzigartige Geruch als gutes Kriterium, um die Flatschmorchel von anderen ungenießbaren Becherlingen zu unterscheiden. Frische Fruchtkörper sollten gut durchgegart werden, besser noch ist das Trocknen der Fruchtkörper. Nach dem Trocknen werden sie geschmacklich noch intensiver und das daraus gewonnene Pilzpulver kann man bestens für Suppen und Soßen verwenden. Verwechseln könnte man den Morchelbecherling mit der Scheibenlorchel (Gyromitra ancilis), diese wächst aber nicht auf Lehm- oder Kalkboden unter Laubbäumen, sondern auf alten, bemoostem Nadelholz der Kiefer und Fichte. Die Essbarkeit der Scheibenlorchel ist immernoch umstritten. Einige Pilzberater stufen diese Lorchel als Giftpilz ein und andere Pilzssachverständige geben sie als Speisepilze frei. Sie kann aber auch den in der Frühjahrslorchel vorkommenden gefährlichen Giftstoff Gyromitrin enthalten und ist, zumindest roh giftig.

 

Beschreibung

Die Becherlinge sitzen ungestielt, bis ca. 15 cm (20 cm) groß werdend, auf dem Erdboden.  Sie sind jung kelch- bis schüsselförmig, im Alter tellerförmig bis völlig verflachend, milchkaffeebraun bis kastanienbraun. Die markanten runzeligen Adern auf der Innenseite, die diese Art gut kennzeichnen, werden erst im mittleren Alter kräftiger ausgeprägt. Die Außenseite ist milchweißlich bis braun, immer etwas heller als die Innenseite. Die Außenseite ist leicht kleiig bis grob körnig (je nach Standort und Alter). Der Rand ist oft wellig nach innen gebogen. Der angedeutete Stiel läuft spitz in den Boden, Fleisch bis 1,5 cm dick, sehr brüchig. Der charakteristische Geruch nach Chlor oder Schwimmbad ist ein super Erkennungsmerkmal und dieser verschwindet vollständig bei der Zubereitung. Der Geschmack ist mild, roh sollten sie dennoch nicht gegessen werden. Im Gegenteil, sie sollten immer gut durchgegart werden.

 

Verwechslung: Scheibenlorcheln Gyromitra ancilis / Gyromitra parma oder mit anderen großen Becherlingen aus der Gattung Peziza. Bei Unsicherheit, stehen lassen oder einen Pilzsachverständigen fragen.

 

Hab.: Kalkliebend, bevorzugt Lehmboden, zwischen Gras und wilden Kräutern, gerne bei Schnittlauch oder Bärlauch, an Flussauen, Seeufern, in Gärten, Auwäldern, oder Parkanlagen.

 

Frukt.: Ende März bis Anfang Mai.

 

Vork.: Zerstreut in ganz Deutschland.

 

Thema >>> Morcheln

 

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Morchelbecherling, Disciotis venosa, Pilz im Frühling in der Nähe von Morcheln.
Typisches Biotop für Morcheln, Morchelwald in Mecklenburg-Vorpommern

 

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